Die erste, mehr oder weniger, eigene Wohnung muss natürlich sofort schön eingerichtet werden und Kleinigkeiten, die mich schon seit längerem gestört haben, wollte ich auch gleich verändern. Naja, zumindest theoretisch. Praktisch wurde mein Enthusiasmus spätestens im ersten Möbelhaus deutlich gedämpft. Kann man wirklich so viel Geld für ein einziges Möbelstück ausgeben? Also ging es mir wie vielen anderen Frauen- ich habe das Möbelhaus mit dem Ziel, einen Wohnzimmertisch zu finden, betreten und bin mit Deko in den Händen raus gekommen :)
Da ich für den perfekten Wohnzimmertisch einfach zu genaue
Vorstellungen hatte und diese nicht zu meinem Budget passten, beschloss ich den
Tisch selbst zu bauen. Der Tisch von meinen Eltern war dafür ein praktisches
Vorbild. Also nahm ich die Maße, die mir an dem Tisch gefielen und änderte die
restlichen ab. Mein Tisch sollte nämlich nicht quadratisch, sondern rechteckig
werden.
Für das Material lies ich mich von einer YouTuberin inspirieren,
die zwei Videos über Möbel aus Holzkisten und Baulatten gemacht hat. Somit
konnte ich mir die Tischfüße durch zwei Obstkisten sparen, die ich auf einem
Hof für je 1€ gekauft habe. Auf dem Dorf zu wohnen hat eben auch seine Vorteile :)
Im
Baumarkt lies ich mir die Baulatte gleich zuschneiden und
nahm noch kleinere Stückchen Holz, eine Lasur und Pinsel mit. Nun fehlte
mir
nur noch eine Glasplatte. Dafür ging ich zu einem Fensterbauer und bekam
dort zwei Reststücke, die mir sogar zugeschnitten wurden, für eine
kleine Spende in die
Kaffeekasse.
Zu Hause konnte ich dann los legen. In die Kisten wurden an
der Seite vier Löcher gebohrt und mit vier Schrauben und Muttern befestigte ich
die Kisten aneinander. In die vier kleinen Stückchen Holz und in die Oberseite
der Kisten bohrte ich auch je ein Loch und schraubte die Holzstückchen
anschließend von unten an die Kisten.
Bei der Tischplatte fing ich mit der Vertiefung für die
Glasplatte an. Ursprünglich wollte ich in der Mitte ein Loch haben und die
Glasplatte einlassen (siehe Zeichnung), aber das war mir zu kompliziert. Also
sägte mein Dad rechts und links ca. 0,5 cm in das Holz und ich durfte dann mit
Hammer und Meißel das Holz dazwischen heraus hebeln. Das war echt die
anstrengendste und nervigste Arbeit am Tisch, aber im Endeffekt hat es sich ja
gelohnt. Als ich endlich fertig war mussten die Baulatten nur noch geschliffen,
die Ecken abgerundet und alles lasiert werden. Einen Tag später schraubte ich
die Baulatten von unten mit zwei quergelegten Holzstückchen fest. Die fertige
Tischplatte klebte ich mit irgendeinem Kleber von meinem Dad auf den
Holzstückchen fest. Der Kleber muss echt gut halten, er hat nämlich noch nach
drei Tagen gestunken. Wahrscheinlich hätte es ein einfacher Holzleim auch getan,
die Platte hält schon allein durch ihr Gewicht sehr gut.
Zum Schluss legte ich noch die Glasplatte in die Vertiefung.
Die Platte wackelt zwar ein bisschen, aber das darf sie bei einem selbst
gebauten Tisch. Muss ja nicht perfekt sein. Der Tisch hat mich insgesamt ca. 35€
gekostet und er entspricht zu 100% meinen Vorstellungen. Es hat sich eindeutig
gelohnt, ihn selbst zu bauen. Jetzt bin ich nur mal gespannt, wie lang der
Tisch steht, schließlich bin ich weder Architektin, noch Statikerin, aber
bisher hält er schon seit gut drei Monaten und er wird wirklich täglich
gebraucht.
eure Charlotte
eure Charlotte
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