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Samstag, 18. Oktober 2014

Das Zweitwichtigste im Leben


Das Zweitwichtigste im Leben, direkt nach genügend Schlaf? Genau, Essen! Damit werde ich zum Glück auch hier in Neuseeland gut versorgt.
Genaugenommen sogar besser als zu Hause. Die Auswahl an glutenfreiem Essen ist hier nämlich echt genial! Im Supermarkt findet man Bagels, Kekse und Müsliriegel. Außerdem gibt es zahlreiche Sorten von Reiscrackern, die wir oft mit Käse und Hummus essen, wenn Freunde vorbei kommen. Außer ich habe Käsemuffins gemacht, dann gibt es natürlich die.


Am größten ist der Unterschied zu Deutschland allerdings außerhalb des Hauses. Dort findet man zu Hause meist nur Reis, Kartoffeln oder Fleisch, was sowieso glutenfrei ist. Hier dagegen gibt es Muffins und Kuchen in fast jedem Café. Neulich hatte ich einen super leckeren Orangen-Mandelkuchen und gestern gab es zum Lunch Blätterteigröllchen mit Hackfleisch.
Ein weiterer Vorteil sind Take Aways. Eigentlich bin ich es gewohnt bei McDonalds eine Portion Pommes und einen Salat zu nehmen. Hier hat man da schon mehr Auswahl. Ein glutenfreier Pita von PitaPit, Burger von BurgerFuel oder Fish and Chips. Die Kette „Hells Pizza“ liefert die Pizza sogar an die Haustür. Dass ich überhaupt mal bei einem Pizzaservice bestellen könnte, habe ich nicht wirklich erwartet, weshalb ich mich noch mehr darüber gefreut habe.


Womit man hier dafür größere Probleme hat ist Laktose. Im nächst größeren Supermarkt konnte ich bisher nur laktosefreie Milch finden und ansonsten noch Soja Sahne und Joghurt. Das finde ich aber nicht allzu schlimm, weil man für Laktose ja eine Enzymtablette nehmen kann und immerhin gibt es Milch, mit der ich laktosefrei Backen kann.


Mit dem Backen habe ich gleich in der ersten Woche angefangen. Zwei Schwarzwälder-Kirsch-Torten, eine normale und eine kleine, für einen Geburtstag und Freunde. Leider konnte ich bisher noch keine Schokoraspeln finden und musste selbst geraspelte Schokolade verwenden. Die waren um einiges feiner als die gekauften Raspeln und die Torten sahen dadurch nicht wie klassische Schwarzwälder aus. Fotos habe ich dieses Mal vergessen zu machen, aber es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich die hier gebacken habe.
Für einen anderen Geburtstag gab es Carrot-Cupcakes. Deko muss ich unbedingt noch einkaufen, aber immerhin hatte ich süße Muffinförmchen. Die waren in meinem Survival-Package für Neuseeland drin und haben tatsächlich mein Backvorhaben gerettet. Die besten Freunde wissen eben, was man am anderen Ende der Welt braucht :)


Wirklich typisch neuseeländisch habe ich bisher noch nicht gegessen. Mir ist nur aufgefallen, dass es viel internationales und vor allem asiatisches Essen gibt. Dafür habe ich schon Schnitzel mit Spätzle gekocht, was wirklich gut angekommen ist. Lustig finde ich, dass nichts ohne Beilage geht. Zur Pizza gibt es einfach Kartoffelecken. Vielleicht ist das aber auch von der jeweiligen Familie abhängig. 


An Süßigkeiten sind hier Tim Tams aus Australien beliebt und Cadbury Schokolade. Die Kekse sind nicht glutenfrei, also kann ich zu denen nicht viel sagen, aber die Cadbury Schokolade ist wirklich lecker. Der Brotaufstrich Marmite, den hier viele lieben, ist meiner Meinung nach dagegen echt widerlich. Marmite ist pechschwarz und schmeckt nach Hefe. Davon hat mir ein kleiner Bissen voll und ganz gereicht. Wie kommt man auf die Idee so etwas zu essen?! Erdnussbutter ist mir da viel lieber. Damit habe ich neulich gleich mal Schokomuffins mit Ernussbutterkern gebacken. Hier gibt es so viele Rezepte, die ich noch ausprobieren muss! Creamcheese-Frosting mit Erdnussbutter anstelle von normaler Butter und Kekse mit Erdnussbutter und ganz ohne Mehl. Hoffentlich denke ich dann auch daran, Bilder von dem Gebäck zu machen :)


eure Charlotte

Dienstag, 14. Oktober 2014

Badezimmer



Heute gibt’s mal einen Rückblick. Schließlich hab ich zu Hause eine frisch renovierte Wohnung, über die ich schon viel mehr schreiben wollte.
Die größte Veränderung gab es in meinem Badezimmer. Die grünen 80er Jahre Fliesen haben mich schon lange gestört, aber meistens ist man ja doch zu bequem, um etwas daran zu ändern. Der Umbau war also die perfekte Chance dafür. Rausreißen wollte ich die Fliesen nicht, weil mir das zu aufwendig gewesen wäre, also entschied ich mich für anstreichen. Dafür braucht man natürlich eine wasserresistente Farbe, die gut auf schwierigen Untergründen haftet.


Um die ca. 10 m² Wandfliesen zu streichen habe ich 2 Dosen „Lucite Lactec 2K Epoxy Primer“ in weiß und den Härter dazu gekauft. Außerdem noch 2 Dosen „Lucite Lactec 2K-Pur Xtrem Satin“ in Verkehrsweiß plus Härter. Der Spaß hat mich rund 200€ gekostet, aber das war es mir auch wert. Die Farbrollen, Klebeband und Abdeckfolie hatten wir noch vom letzten Streichen übrig. Also wurde erst mal alles abgeklebt und abgedeckt, bis nur noch die Fliesen frei waren. An einem Tag habe ich mit dem Primer gestrichen und am nächsten Tag mit der Farbe. Der Primer hat an manchen Stellen schon wirklich gut gedeckt, aber leider nicht überall gleich (vielleicht habe ich nicht lange genug umgerührt?). Auf jeden Fall war dadurch auch die Farbe an einigen Stellen deckender als an anderen, weshalb ich mich für eine zweite Schicht Farbe entschied. Danach war ich mit dem Ergebnis zufrieden. Endlich schöne weiße Fliesen und selbst die grüne Badewanne fällt nicht mehr so auf, sondern gibt dem Bad einen netten Farbtupfer. Die Farbe hat übrigens extrem gestunken; scheint ordentlich Chemie drin zu sein. Nach dem Streichen sollte man daher mehrere Tage lüften, um den Geruch aus dem Raum zu bekommen.


Hauptsächlich steht das Bad unter dem Motto schwarz-weiß, weshalb noch ein paar Sachen gestrichen werden mussten. Die Knäufe vom Schränkchen wurden abgeschliffen und schwarz angemalt, genauso wie der Holzrahmen vom Spiegel und die Drückerplatte über der Toilette. Außerdem bekam die Grünlilie einen neuen Blumentopf und die Toilette einen neuen Deckel. Waage und Steckdose wurden beide erneuert.
Deko darf natürlich in keinem Raum fehlen und deshalb hab ich mich im das Bad für zwei schwarz-weiße Kerzengläser entschieden. Sowohl die Handtücher, als auch mein Bild passen mittlerweile auch ins Farbschema. 


Nun ist also alles schwarz-weiß mit einem Klecks Grün. Vor allem gefallen mir die Fliesen, weil sie durch das alte Muster ein leichtes Relief haben, das man bei Sonnenschein sieht. Ich muss noch zugeben, dass die Vorher-Nachher Bilder nicht ganz fair sind, weil auf den nachher Bildern alles aufgeräumt ist. So ist das ja meistens bei Vorher-Nachher Vergleichen, aber seit das Bad neu ist, ist es mir tatsächlich wichtiger, dass alles an seinem Platz liegt.


eure Charlotte

Freitag, 10. Oktober 2014

Die kleinen Dinge im Alltag



Auf die Unterschiede im Alltag war ich schon vor meinem Abflug gespannt. Dass die Steckdosen anders sein würden, war mir im Voraus klar und deshalb habe ich auch zwei Adapter mitgenommen. Überrascht hat mich allerdings, dass man die Steckdosen hier ausschalten kann. Neben jeder Steckdose gibt es nämlich einen Schalter und es fließt nur Strom, wenn man diesen kleinen Schalter umlegt. Eigentlich eine echt gute Idee! Die Lichtschalter sehen übrigens genauso aus, wie die Schalter neben den Steckdosen.


Ein größeres Problem hatte ich mit den Türklinken. Die gibt es in diesem Haus nämlich nicht. Wir haben überall Türknäufe, die man drehen muss um die Tür aufzubekommen. Wenn man die Tür schließt, kann man innen einen Hebel umdrehen und so abschließen. Nach ein paar Tagen hatte ich dann auch endlich raus, in welche Richtung ich welchen Knauf drehen muss. Nur die Haustür war ein bisschen gemein. Bei dieser legt man den Hebel um bevor man rausgeht und zieht die Tür dann einfach hinter sich zu. Schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig die Tür abzuschließen bevor man das Haus verlässt. 


In der Küche habe ich etwas entdeckt, dass ich bisher nur aus einer amerikanischen Serie kannte. Ein „food waste disposer“ oder „sink waste“. Leider habe ich keine gute deutsche Übersetzung gefunden – vielleicht Müllabfluss? Neben dem Spülbecken gibt es ein kleines Spülbecken mit einem Loch in der Mitte. In diesem Loch befindet sich ein Häcksler. In diesem Abfall kann man allen möglichen weichen Biomüll runterspülen. Man schält beispielsweise die Karotte über dem Becken, macht das Wasser an, drückt den „Waste-Knopf“ und schon wird die Schale zerkleinert und runtergespült. So ganz konnte ich mich mit dem „sink waste“ aber noch nicht anfreunden, weil ich es eben nicht gewohnt bin, Müll im Spülbecken runter zu spülen und deshalb benutze ich es eher selten. 
Daneben gibt es übrigens einen extra Wasserhahn. Das Wasser schmeckt nämlich ziemlich nach Chlor und das Wasser, das aus dem anderen Wasserhahn kommt, wird gefiltert und schmeckt besser.


Beim Kochen und Backen musste ich mich nicht wirklich umstellen, weil wir zum Glück eine Waage haben. Meine Rezepte kann ich also eins zu eins nachbacken. Nur bei den Rezepten von hier sind die Maßangaben in Cups, Tbsp und tsp. Diese Einheiten finde ich teilweise ziemlich unpraktisch. Eine Waage kann man so oft benutzen, wie man sie braucht, aber eine dreckige Cup muss zuerst wieder gespült werden. Genau das Gleiche gilt für Table- und Teaspones. Deshalb schau ich immer, dass ich die Löffel in einer guten Reihenfolge benutze, man will schließlich keine Knoblauchreste im Honig haben…


Linksverkehr. Könnte so einfach sein, war es für mich anfangs aber nicht. Beim Überqueren von Straßen wurde ich leicht hektisch. Rechts, links, von wo kommen die Autos nochmal? Mittlerweile ist es besser, aber so ganz sicher fühl ich mich als Fußgänger noch nicht.
Im Auto ist das irgendwie etwas anderes. Da sitze ich selbst hinter dem Steuer und folge eben den anderen Autos. An Kreuzungen helfen die Schilder und Ampeln. Nur das Blinken ist komisch. Der Hebel rechts vom Lenkrad. Muss ich ihn hoch oder runter drücken? Bei meiner ersten Fahrt, habe ich den Blinker einfach einige Meter vor der Kreuzung auf gut Glück ausprobiert und wenn er falsch saß eben schnell korrigiert. Beim zweiten Mal Fahren hat es dann zu 90% geklappt und die restlichen 10 % kommen schon noch mit der Fahrerfahrung.



eure Charlotte

Montag, 6. Oktober 2014

Unglaublich - wenn Bilder für sich selbst sprechen


Unglaublich, dass ich hier wirklich bin. Nur drei Stunden entfernt von einem so wunderschönen Ort. Paradiesisch trifft es sehr gut. Weißer Sandstrand, glasklares Wasser, ein riesiger Fels, fast keine Wolken am Himmel. Wir haben den perfekten Tag für unseren Ausflug erwischt. Ca. 40 Minuten sind wir vom Parkplatz aus zur Cathedral Cove gelaufen. Somit haben wir uns das Geld für das Wassertaxi gespart. Dort angekommen erst einmal Bilder gemachen und dann genießen. Die Füße ins Meer heben und bis zu den Knien hineingehen. Es fühlte sich nicht wie Frühlingsanfang, sondern wie Sommer an. Zudem waren wir fast die einzigen Leute dort. Immer mal wieder sind welche gekommen und gegangen, aber es war nicht schwer, Bilder ohne Menschen drauf zu machen. 


Lustigerweise haben wir eine Deutsche getroffen. Nachdem wir miteinander deutsch gesprochen haben und sie uns angeschaut hat, als würde sie uns verstehen, sind wir ins Gespräch gekommen. Sieht ganz so aus, als könnte man hier nirgends hingehen ohne deutsche Backpacker/ Au-pairs zu treffen. Das ist aber auch nicht allzu schlimm, schließlich hat man so gleich etwas gemeinsam und spricht auch eher mal fremde Leute an.


Anschließend sind wir weiter zum Hot Water Beach, der nur zehn Minuten mit dem Auto entfernt ist. Dort gibt es eine warme Quelle unter dem Strand und wenn man ein bisschen buddelt kommt das Wasser hoch und man kann sich in den selbst gegrabenen Pool setzen. Das Graben hat bei uns nicht so gut funktioniert, weil der Sand immer gleich nachgerutscht ist und deshalb haben wir uns einfach in ein schon fertiges Loch gesetzt. Teilweise war mir das Wasser sogar zu heiß. Wichtig ist, dass man sich vorher informiert, wann Ebbe ist. Der Strand wird bei Flut nämlich vom Meer überspült. Das Zeitfenster für Ebbe ist mit zwei bis vier Stunden aber recht groß. Da wir ziemlich spät angekommen sind, haben wir sogar miterlebt, wie das Meer immer näher kam und die vorderen Pools überschwemmte. Wir sind dann rechtzeitig aus unserem Loch rausgegangen und haben uns wieder auf den Heimweg gemacht. 


Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass diese Plätze nur gute drei Stunden von meinem Haus entfernt liegen? ;) An diesem Tag wurde mir das erst so richtig klar. Das Meer sieht man oft und an den Anblick gewöhnt man sich leider schon fast, aber Meer zusammen mit einem derart traumhaften Strand und das so nah. Hier muss ich gar nicht mehr schreiben, da sprechen die Bilder definitiv für sich selbst.


eure Charlotte