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Freitag, 28. November 2014

ein Wochenende in der Küche

Besondere Geburtstage sind der perfekte Anlass für besondere Torten. Dehalb habe ich das letzte Wochenende auch zu 80% in der Küche verbracht. Es stand nämlich eine erster Geburtstag an und wie oft bekommt man schon die Chance eine Torte für einen ersten Geburtstag zu backen?


Angefangen habe ich mit dem Teig für die zwei Kuchen. Ich entschied mich für ein Schokokuchenrezept mit Honig und wenig Zucker, damit das Geburtstagskind auch ein bisschen probieren konnte. Den großen Kuchen schnitt ich in drei Lagen und belegte den unteren Tortenboden mit Erdbeeren. Darauf habe ich dann Schokosahne verteilt und den nächsten Boden darauf gesetzt. Auf diesen kam dann Peanutbutter-Frosting und der Deckel. Den kleinen Kuchen habe ich auch in drei Lagen geteilt und den ersten Boden mit Waldfrucht-Marmelade eingestrichen. Darauf kam dann auch Schokosahne, der zweite Boden, Schokosahne und der Deckel. Anschließend ließ ich die Kuchen durchkühlen und strich sie rundum mit dem restlichen Frosting ein, um eine glatte Oberfläche zu bekommen.


Während die Torten im Kühlschrank standen fing ich mit der Fondant-Figur an. Der kleine Hund heißt Spot und ist aus dem englischen Kinderbuch "Where is Spot?". In diesem Buch wird Spot von seiner Mutter im ganzen Haus gesucht, weil er zum Abendessen kommen soll. Zum Schluss wird er gefunden und isst aus seinem Napf.
Den Fondant habe ich zuerst mit gelber Lebensmittelfarbe gefärbt und ein kleines Stückchen braun. Das braun ging einfacher als gedacht. Ich hab nur blaue, gelbe und rote flüssige Lebensmittelfarbe zusammen gemischt. Danach wurden das gelbe und das braune Stück gut verknetet und mit mehr weißem Fondant aufgehellt, bis ich endlich ein schönes beige hatte. Für den Napf habe ich nur ganz wenig gelbe Lebensmittelfarbe mit Fondant vermischt. Die Kerze wurde mit Zuckerguss in den Napf geklebt und für das Hundefutter ein bisschen Frosting mit Kakao gemischt und kleine Tupfen in den Napf gesetzt. Spot bekam dann noch seinen braunen Punkt, Augen, eine Nase und eine rosa Zunge und dann war die Figur auch schon fertig.


Die gut gekühlten Torten wurden mit einer dünnen Schicht blauem Fondant eingedeckt und aufeinander gesetzt. Vorne auf die große Torte kam eine eins aus Fondant. Außenrum habe ich die Torten mit Buttercreme verziert, um die Ränder zu kaschieren und zum Schluss wurden Spot und sein Napf mit Zuckerguss auf die Torte geklebt.


Und weil man ja nie genug backen kann, habe ich am Dienstag für einen anderen Geburtstag noch CupCakes gemacht.


eure Charlotte

Samstag, 22. November 2014

Esteros del Ibera – die „Sümpfe“ Teil 3



Bootstour ins Blaue



Das Dorf bietet mehrere Touren an, in denen man sich das Sumpfgebiet, in dem es liegt, genauer anschauen kann. Das erste, was wir gemacht haben, war eine Bootstour durch die Sümpfe. Wir mussten alle Schwimmwesten tragen, doch auch wenn das Wasser tiefblau war, wollte ich lieber nicht darüber nachdenken, ins Wasser zu fallen, da es in diesem Gewässer wilde Kaimane gibt. Wir sind in einer Gruppe von 10 oder 20 Leuten in einem Motorboot hinausgefahren.


Das erste was wir auf der Bootstour gesehen haben war dieser Vogel…



Ich muss sagen er wirkt nicht besonders hübsch, ist eher unscheinbar, hat aber eine schöne Geschichte, die ihn gleich viel beeindruckender erscheinen lässt. Dieser Vogel (ich habe den Namen vergessen, denn er ist in einer einheimischen Sprache) findet einmal in seinem Leben einen Partner und bleibt sein ganzes Leben lang mit diesem zusammen. Wenn einer der Partner stirbt, dann stirbt der andere auch. Sehr dramatisch. Das nenne ich bedingungslose Liebe und Treue. Ich muss sagen: Hut ab, ich habe echt Respekt vor diesen Vögeln.

Und dann sah ich das, worauf ich mich schon die ganze Zeit gefreut habe und wofür ich schon die ganze Zeit meine Kamera bereitgehalten habe, um bei dessen Anblick auch ja sofort ein Foto machen zu können.


Was da halb im Gras verborgen liegt, ist der erste Kaiman, den ich in freier Wildbahn gesehen habe und ich muss zugeben ich war ein wenig aufgeregt. Das sind echt schöne Tiere muss ich sagen und ich halte lieber respektvollen Abstand, denn obwohl sie reglos, scheinbar unbeteiligt in dem hohen Gras liegen, bin ich mir sicher, dass sie jede unserer Bewegungen wahrgenommen und beobachtet haben und blitzschnell reagieren können. Die meisten Kaimane, die ich gesehen habe waren schätzungsweise ein bis zwei Meter lang und lagen überall auf den schwimmenden Inseln der Sümpfe in der Sonne. Ich habe glaub ich nur einmal einen schwimmen sehen und auch nur, weil er vor uns geflüchtet ist.




Ein komischer Anblick ist es auch wie Wasserschwein und Kaiman nebeneinander auf einer schwimmenden Insel sitzen, sich diese sozusagen teilen. Mir ist bewusst das diese Tiere in ausgewachsener Form wohl kaum eine Gefahr füreinander sind, da Wasserschweine Pflanzenfresser sind und viel zu groß, um von einem Kaiman gefressen zu werden, trotzdem ein ungewohnter Anblick.


Wasserschweine sind für mich die sympathischsten Tiere die ich im Sumpf gesehen habe. Sie sind unglaublich massig und es wundert mich echt wie diese Tiere sich mit ihrer Körpermasse über Wasser halten können. Auch lustig ich glaube wenn man diese Tiere zuerst schwimmend sehen würde denkt man, dass es kleine Wasserratten oder so etwas sind und würde diese Tiere niemals so groß schätzen nicht glauben wie viel Körpermasse da unter der Wasseroberfläche verborgen liegt. Außerdem sind sie die Ruhe in Person, ausgeglichen, völlig friedfertig und bleiben ungerührt stehen, selbst wenn man wenige Zentimeter nah an sie herankommt. Sie sehen außerdem echt niedlich aus und ich hätte unglaublich gerne Baby-Wasserschweine gesehen.


Was man auch viel sieht sind Vögel. Viele Arten die übers Wasser laufen können mit einem ziemlich lustigen Gang. Auch Störche, kleinere bunte Singvögel, Spechte und vor allem Kormorane. Schwarze Wasservögel die wir oft über uns fliegen gesehen haben oder sitzend wie auf diesem Strommasten mitten im Sumpfgebiet, der einen anderen Teil Argentiniens mit Strom versorgt.




Aus weiter Ferne haben wir auch einmal einen Sumpfhirsch und ein Sumpfreh gesehen, die weit draußen gegrast haben. Das war echt Glück, denn diese Tiere sieht man eher seltener.




Der Höhepunkt der Bootsfahrt war aber eine Kaimanmutter mit ihren Jungen. Echt traurig wenn man darüber nachdenkt, dass es anfänglich ca. 60 Stück sind und der Großteil davon stirbt, bevor sie auswachsen können. Wir haben 20 gezählt, die alle verteilt auf der Mutter oder im Gras aufeinander lagen und sich gesonnt haben. Alle ca. eine Handspanne groß. Seelenruhig, obwohl wir mit dem Boot bis auf wenige Zentimeter herangefahren waren.





Erstaunlich finde ich auch, dass das Sumpfgebiet eine einzige große Wasserfläche ist, auf der Wasserpflanzen herumschwimmen und die es zu Inseln zusammentreibt, sodass sogar Wasserschweine und Kaimane darauf ruhen können. Nichts ist also fest dort, die Inseln können sich stündlich, täglich neu formieren. Nur die Inseln, auf denen Bäume wachsen, sind fester. Wenn man sich auf eine dieser Inseln stellen würde, würde sie aber trotzdem nachgeben und ein Stückchen weiter unter Wasser gedrückt werden. Überall schwimmen im Wasser vereinzelte Wasserpflanzen herum. Die Landschaft ist einfach unglaublich schön und besteht aus kräftigen Farben. Das Wetter war genial an dem Tag, an dem wir rausgefahren sind, und das Wasser hat in einem kräftigen blau gestrahlt, harmoniert perfekt mit dem satten grün der Vegetation. Man sieht einfach kein Ende, das Sumpfgebiet scheint unendlich in den Horizont hineinzuragen. In einem Moment ist die Wasserfläche glatt, im anderen Moment kräuselt sie sich fein, angetrieben von der leichten Brise oder stärkerem Wind, der übers Wasser weht.

eure Isetta 

Montag, 17. November 2014

Delfine, auf Waiheke Island

Erst mal ein richtig gutes Schnäppchen gemacht. Wie es sich für Schwaben gehört, bin ich auch hier in Neuseeland fleißig am sparen und habe dafür genau die richtige Internetseit entdeckt. Auf "Grabone" gibt es jeden Tag bestimmte Deals, also Angebote für Ausflüge, Restaurants, Geschenke und oft auch Sachen, die kein Mensch braucht. Der Deal für Waiheke Island kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Samstags wollten wir auf die Insel fahren und am Dienstag Abend hab ich den Deal entdeckt, der nur noch zwei Stunden gültig war. Also schnell gebucht und rießig über das Sparen gefreut. Die Fähre von Auckland nach Waiheke kostet eigentlich $36. Wir haben die Fähre plus eine kleine Busrundfahrt für $22 bekommen!


Samstag morgens ging es also erst mal los in die Stadt und dann 40 Minuten mit der Fähre nach Waiheke Island. Anschließend sind wir gleich in dem Bus eingestiegen, der normalerweise nochmal $6 kosten würde. Der Busfahrer hat uns so einiges über die Insel erzählt und ist mit uns durch das Städtchen, an einem Weingut vorbei, auf einen Hügel und wieder zurück ins Städtchen gefahren. Waiheke ist von Osten nach Westen ca. 19 km lang und war früher mal tropenähnlich mit Kauri-Wäldern bedeckt. Jetzt ist die Insel vor allem für den Wein- und Olivenanbau bekannt. Dort werden sehr gute Weine hergestellt und das Olivenöl gewann schon Preise in Italien. An einer Stelle erinnerte die Landschaft sogar wirklich an die Toskana. Olivenbäume, Weinreben und auf dem Hügel ein südeuropäisches Häusschen. Interessant ist auch, dass jedes Haus einen eigenen Wassertank hat und mit Wasser deshalb recht sparsam umgegangen wird. Anscheinend sollte man da nicht mal im Winter lange duschen.


Nach unserer kleinen Bustour sind wir erst einmal durch die Straße mit den Läden gegangen und weiter zum Strand. Als wir uns endlich zum Weitergehen aufgerafft hatten, haben wir den stündlichen Bus verpasst und weil die Insel ziemlich groß ist blieb uns nichts anderes übrig, als in der Nähe des Städtchens zu bleiben. Eine Bucht weiter fanden wir dann günstige TakeAways und einen Pizzawagen. Auf der Insel sind die Preise nämlich noch höher, als sowieso schon in Neuseeland, weil eben alles vom Festland hergebracht werden muss. Nach unserem Lunch saßen wir etwas unschlüssig herum, als eine Frau zu uns kam und meinte, in der Bucht seien Delfine. Wir sind alle sofort aufgesprungen und haben, ganz Touristen, hektisch die Fotos aus den Taschen gekramt.


Das erste Mal Delfine sehen ist schon etwas besonderes. Ich hab mir die Tiere ja ehrlich gesagt kleiner vorgestellt. Nachdem ich in Norwegen mal zwei Schweinswale gesehen habe, dachte ich, Delfine seien einfach gleich groß. Anfangs waren es um die drei Delfine und dann sind immer mehr gekommen. Zwischendurch waren es bestimmt acht oder neun Stück. Sie sind dann langsam aus der Bucht raus geschwommen und wieder zurück gekommen. Währenddessen sind wir auf einen Hügel gegangen, um einen besseren Blick zu haben. Die Delfine haben sich dann öfters entfernt und sind auch wieder hergeschwommen. Dann ist einfach ein Mann ins Wasser gegangen und schwamm mit den Delfinen. Fünf Meter von ihnen entfernt, dann nur noch zwei, er hat bestimmt welche berührt. Mit der Zeit gingen noch zwei Männer ins Wasser und ein paar von uns hatten die verrückte Idee, einfach auch rein zu gehen.


Der Wetterbericht hat durchwachsenes Wetter angesagt und so war es auch. Bikinis hatte niemand dabei. In Unterwäsche baden? Zuerst mal die Wassertemperatur fühlen. Vorne am Strand ging es eigentlich. Ich fand es zwar in meiner Jacke echt angenehm, aber das Wasser fühlte sich wärmer an als erwartet. Die ersten drei von uns machten sich schon auf den Weg ins Wasser, da blieb nicht viel Zeit zum überlegen. Wie oft sieht man schon mal Delfine. Ich hoffe zwar immer noch, welche auf der Südinsel zu sehen, aber sicher ist das schließlich nicht. Also hinterher, in Unterwäsche baden! Das Wasser war weiter draußen ordentlich kalt, 16°C. Vor Aufregung und Kälte blieb mir kurz leicht die Luft weg, mit der Bewegung vom Schwimmen wurde es wieder besser. So nah, vielleicht zwei Meter von den Delfinen entfernt! Im Nachhinein hätte ich gerne einen berührt, aber in dem Moment hatte ich zu viel Respekt. Die waren echt groß und wenn der Delfin dann noch auf einen zuschwimmt!
Natürlich gab es auch mal wieder den Beweis dafür, dass Neuseeland von Deutschen überlaufen ist. Als wir im Wasser waren, kam noch jemand dazu und nachdem wir fünf Minuten miteinander auf Englisch geredet haben, bemerkte er, dass wir auch Deutsche waren... Später wärmten wir uns in einem Café auf, am Nachbartisch saßen Deutsche... :)


Unglaubliche Erlebnisse, das habe ich mir von Neuseeland erhofft und dafür lohnen sich auch kalte Füße und eine nass-klebende, sandige Hose. Auf dem Weg zur Fähre sind wir noch in einen Regen gekommen, aber was solls. Diesen Tag konnte nichts mehr vermießen. So etwas vergisst man nicht so schnell. Unter anderem auch wegen den ca. 450 Bildern, die ich gemacht habe. Zum Glück müssen wir uns das Wasser in Auckland im Gegensatz zu Waiheke nicht einteilen, die lange, warme Dusche abends hab ich nämlich wirklich gebraucht.


eure Charlotte

Mittwoch, 12. November 2014

Esteros del Ibera – die „Sümpfe“ Teil 2



Das Leben im Dorf

Als wir in dem Mehrere-Hundert-Seelendorf angekommen sind, wurden wir sehr herzlich empfangen und in unsere kleine Holzhütte geführt. Sie war im Stil der anderen Häuser im Dorf gebaut und auch entsprechend einfach eingerichtet. Aber es war alles da, was man braucht und es war interessant zu sehen, wie die Menschen dort leben. So kann man sich viel besser in das Leben der Einheimischen reinfühlen, daran anpassen und fühlt sich viel weniger Tourist, als wenn man in einem Nobelhotel wohnt. Angenehm war auch die Abgeschnittenheit von jeglichem Handy und Internetnetz, die völlige Stille dort, das Handy einfach daheim zu lassen, weil sowieso klar ist, dass man es nicht verwenden kann.

Es ist erstaunlich wie die Menschen dort leben. Es gibt, soweit ich mitbekommen habe, einen Computer im Dorf, von dem aus man ins Internet kann. Es gibt einen kleinen Supermarkt der höchstens ein Mal am Tag beliefert wird und wenn man etwas Spezielles braucht muss man gleich einige Stunden in die nächste Stadt, also entweder nach Posadas oder Mercedes, fahren. Man kann also nicht einfach mal kurzfristig beschließen shoppen zu gehen oder etwas Besonderes zu kochen, einer der Gründe, warum ich eindeutig nicht dauerhaft dort überleben könnte. 


Auch ist man dort völlig abhängig vom Wetter, da es in dieser Region öfter zu starken Regenfällen kommt, die die Straße nach Posadas unbefahrbar macht. Nur die Straße nach Mercedes ist durchgehend befahrbar. Es kommt oft zu Stromausfällen, man weiß also nie, wie lange man Strom hat und kann sich auf elektrisches Licht in der Nacht nicht verlassen. Auch während unseres Aufenthaltes kam es zu einem ca. einstündigen Stromausfall. Ich saß gerade im Bett und las, als auf einmal das Licht ausging und ich im Stockdunkeln saß. Es war eine Dunkelheit, die man so in Deutschland nicht kennt. Da wir schon vorgewarnt worden waren, dass so was passieren kann, hatte ich glücklicherweise eine Taschenlampe auf meinem Nachttisch und fühlte mich gleich viel wohler.

Eines Nachts hat es angefangen wie aus Eimern zu schütten, der Regen hat mit einer unglaublichen Lautstärke auf das Dach geprasselt, dass ich davon aufgewacht bin und zeitweise echt Angst hatte, dass das Haus unter der Last zusammenbricht. Bei einem dieser Regenfälle hat sich auch ein kleiner Frosch in mein Zimmer verirrt. Keine Ahnung, wo der herkam aber aufeinmal habe ich ein platschen gehört, ich meine von der Fensterbank her, und als ich genauer hingeschaut habe, saß in der Zimmerecke ein kleiner grünbrauner Frosch. Den haben wir dann eingefangen und wieder ausgesetzt.


Als ich dieses Foto gemacht habe, war mir nicht ganz wohl dabei. Man könnte auch ein Bilderrätsel daraus machen: Finde diesen Kaiman…






…im folgenden Foto:





Ich muss sagen, die Vorstellung, dass sich direkt neben einem Haus einfach ein Kaiman sonnt, behagt mir nicht wirklich. 


eure Isetta

Montag, 10. November 2014

Esteros del Ibera – die „Sümpfe“ Teil 1





Die Fahrt in die völlige Abgeschiedenheit…



Ich habe dieses Jahr einen fast einmonatigen Urlaub in Argentinien gemacht und habe dort einiges erlebt. Deshalb fange ich jetzt langsam an, die Geschichten, die ich dort erlebt habe, aufzuschreiben. Ein Höhepunkt dieses Urlaubs waren für mich die Esteros del Ibera.



Die Esteros del Ibera sind ein riesiges Sumpfgebiet im Nordosten Argentiniens. Für uns war das geradezu ein Naturschock nachdem wir fast zwei Wochen in der großen, lauten Großstadt Buenos Aires gelebt hatten. Der Aufenthalt dort gab uns die Möglichkeit, frische Luft zu schnappen. 

Man erreicht die Sümpfe gut von dem Flughafen in Posadas aus. Von dort aus haben wir uns mit einem Geländewagen abholen lassen(ich würde jedem, der nicht schon wirklich einige Erfahrung mit Geländestrecken mitbringt und kein entsprechendes Auto zur Verfügung hat, dringend von der Entscheidung abraten, selber mit dem Auto sich in dieses unwegsame Gelände vorzuwagen). Wir sind ca. eine Stunde auf einer befestigten Straße gefahren, bis wir schließlich links abgebogen sind, auf einen breiten, unbefestigten Weg aus Lehm und Schlaglöchern, der sich aufgrund seiner Beschaffenheit nach jedem Regen neu verformt. Der Weg lediglich begrenzt von den weitläufigen Weiden und Sträuchern, die den Straßenrand säumen. Von da an waren wir mit durchschnittlich Tempo 50 unterwegs und das geschlagene 4 Stunden lang, ich war nur froh, dass ich am Flughafen noch einmal auf der Toilette war, denn für Frauen gab es im Laufe der Fahrt kaum eine Möglichkeit ein stilles Örtchen aufzusuchen, obwohl das Gebiet, in das wir uns vorwagten, ein einziges stilles Örtchen zu sein schien. Es war ein einziges Geschaukel und Gewackel und das, obwohl unser Fahrer erfahren war. Aber selbst er kann keine Wunder bewirken. War ja klar, dass ich mir ab und zu den Kopf an der Scheibe angeschlagen habe. 

Was man sieht: Wald, Gras, alle 2 Meter ein riesiger Ameisenhügel, selten eine heruntergekommene Hütte oder ein Haus, unsicher ob bewohnt, auf der ganzen Fahrt zwei Autos, ein paar Berittene, Bäume, noch mehr Gras, kleine Gewässer, Sträucher und Schlaglöcher, wilde Nandus und andere Vögel sowie eine schier endlos scheinende Straße. Kurz: viel Natur und ein paar Anzeichen menschlichen Lebens. 

Irgendwann habe ich es geschafft einzuschlafen, war zwar wie erwartet nicht sehr gemütlich aber ich hatte die Hoffnung, dass so die Zeit wenigstens schneller vergehen würde. Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir dann endlich angekommen, und ich muss sagen, die Fahrt hat sich gelohnt..




eure Isetta

Sonntag, 9. November 2014

1200 Jahresringe


Vor einigen Wochen war ich auf einem Daytrip in den Kauri Wäldern. Morgens ging es in Auckland los und wir sind drei Stunden im Auto gefahren. Am Wald haben wir dann geparkt und sind den 40-minütigen Rundweg gelaufen. Davor mussten wir unsere Schuhe mit Wasser putzen und desinfizieren, um keine Krankheiten in den Wald zu tragen. Der Wald war dann echt beeindruckend. Die Kauri Bäume sind zwar nicht so hoch wie ich dachte, aber extrem dick. 1200 Jahre alt, 1200 Jahresringe. Haben ganz schön viel überstanden und miterlebt… In anderen Wäldern stehen sogar 2000 Jahre alte.


Auf unserem Rundweg haben wir einen Vogel gehört, der eine richtig schöne Melodie gepfiffen hat. Und wir haben einen Fantail gesehen. Leider hab ich ihn nicht mit dem Foto erwischt, aber ich seh hoffentlich noch mehr von diesen kleinen süßen Vögeln hier in Neuseeland. Fantails sind ungefähr so groß wie ein Spatz mit einem langen Fächerschwanz und einfach richtig goldig! 


Anschließend sind wir weiter an der Kauri Coast entlang gefahren und haben uns auf den Weg nach Rawene gemacht. Das sollte laut dem Internet ein pittoreskes Städtchen sein. Tatsächlich hat Rawene seine besten Tage hinter sich und sieht schon ein bisschen herunter gekommen aus. Die einstündige Fahrt hat sich trotzdem gelohnt. Der Highway verlief nämlich durch tropenähnliche Kauri Wälder und später an der Küste entlang. 


Bevor wir aber durch den Waipoua Forest gefahren sind, waren wir ungefähr zwei bis drei Kilometer lang auf einem heftigen Schotterweg, den mir das Navi empfohlen hatte. Ich hab mich ja schon vorher gewundert, warum das Navi bei der Zeit bis zum Ziel mehrere Tage anzeigt. Als wir dann auf dem besagten Schotterweg waren hab ich mich noch mehr gewundert, aber erst als wir wieder auf dem Highway waren ist mir mein Fehler aufgefallen. Naja, man sollte beim Navi eben auch ab und zu das Fahrzeugprofil überprüfen. Kein Wunder, dass wir den kürzeren Weg über Schotter nehmen, wenn das Navi davon ausgeht, dass wir zu Fuß unterwegs sind… Somit erklärt sich auch, warum es anzeigte, dass wir mehrere Tage bis zum Ziel brauchen würden… Das wird mir jetzt hoffentlich nicht mehr so schnell passieren. Für gewöhnlich lernt man ja aus solchen Fehlern :)


Nach Hause sind wir dann mit dem richtigen Fahrzeugprofil auf dem Highway wieder Richtung Auckland gefahren und haben sogar noch einen Regenbogen gesehen!


eure Charlotte

Sonntag, 2. November 2014

Meine Woche - 7 Bilder

improvisierte Sachertorte


Sky Tower in Regenbogenfarben
am 01.11.
SKYCITY Auckland

eure Charlotte