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Samstag, 29. August 2015

Christchurch - die Kehrseite der Medaille



Christchurch war eine wunderschöne Stadt. Eigentlich ist sie immer noch schön, aber leider auch halb zerstört. Die Kirche eingestürzt, Häuser werden von Gerüsten gestützt. Das Erdbeben 2011 und die Nachbeben haben sehr viel zerstört, das ist selbst heute noch deutlich zu sehen. Davon wird das Stadtbild deutlich geprägt. Die Läden in der früheren Einkaufsstraße gibt es nicht mehr, weil viele Häuser Einsturz gefährdet sind. Dafür wurde die „ReStart Mall“ gebaut, eine Art Einkaufszentrum im Freien, das aus Containern besteht. Anstelle der alten Kirche gibt es eine Neue, die aus Pappröhren, Holzbalken und Stahlträgern gebaut wurde.



185 weiße Stühle erinnern an die Opfer des Erdbebens. Dabei ist jeder Stuhl individuell und spiegelt die jeweiligen Menschen wieder. Das ist eine so schöne Idee, bedrückt aber auch sehr, wenn man den Kindersitz erblickt und anfängt sich Gedanken über dieses Denkmal und die Katastrophe zu machen…




Besonders gefallen hat mir der botanische Garten in Christchurch und an vielen Gebäuden sieht man Street Art. Da entdeckt man einige Kunstwerke und die Stadt wirkt durch die Kunst um einiges bunter und lebendiger. Außerdem gibt es ein paar schöne Vororte, wie zum Beispiel New Brighton und Sumner, wo wir am Strand waren. 



Weiter ging es am nächsten Tag nach Akaroa, ein süßes, kleines, französisch angehauchtes Dörfchen, eineinhalb Stunden von Christchurch entfernt. Dort machten wir aber nur kurz Halt und fuhren bald weiter, schließlich gab es noch viel mehr von der Südinsel zu sehen.




eure Charlotte

Sonntag, 23. August 2015

Pasta oder Reis?


Beim Reisen hab ich mich drei Wochen lang größtenteils von Pasta und Reis ernährt; eben an jeder Ecke gespart und das Backpacker-Leben gelebt. 

Tomate-Mozzarella-Rissotto mit Pinienkernen und Parmesan
Milchreis mit Himbeeren

Letzte Woche kam ich schon wieder in den Genuss von richtigem Essen und vor allem von Abwechslung. Jetzt hab ich eine Woche lang selbst gekocht und alte Rezepte ausgegraben. Die frischen, süßen Tomaten aus dem Garten haben auch gleich Verwendung gefunden.

Schupfnudeln mit roter Wurst...
... und anschließend mit Apfelmus

Auf Pasta und Reis konnte ich allerdings nicht verzichten, vor allem weil man sich Essen endlich wieder leisten kann und genug Zeit hat, um es sogar im Ofen zu überbacken.

Penne mit Schinken, überbacken
Zucchini-Kuchen

Gebacken hab ich übrigens auch wieder, zwar nur ein einfacher Zucchini-Kuchen, aber immerhin! 

Avocado-Spaghetti mit getrockneten Tomaten und Parmesan

eure Charlotte 

Mittwoch, 19. August 2015

Dunedin - das Edinburgh Neuseelands



Dunedin hat es mir von Anfang an angetan. Als ich das erste Mal ein Bild der Universität sah, wollte ich unbedingt die ganze Stadt sehen. Ironischer Weise haben wir es nicht zur Uni geschafft, aber die Stadt hat mich trotzdem überzeugt. Diese ganzen alten Gebäude; genau das, was mir bisher in neuseeländischen Städten gefehlt hatte. Schon allein der Bahnhof ist ein wunderschönes, beeindruckendes Gebäude! Alte Kirchen, das Rathaus, zwei Theater. Dunedin ist eindeutig meine Stadt! 


Der Stadtname ist die gälisch, anglisierte Form für Edinburgh, was sie durch die Verbindung zu Schottland nochmal sympathischer macht.

Außerdem ist Dunedin eine Studentenstadt und es gibt eine Schokofabrik von Cadbury, also zwei weitere Punkte, die für die Stadt sprechen.

Natürlich sind wir auch die Baldwin Street hoch gelaufen. Die steilste Straße der Welt!



Am nächsten Morgen waren wir dann noch auf dem Signal Hill, von wo wir einen guten Ausblick über Dunedin hatten. 


eure Charlotte

Samstag, 15. August 2015

Wie einfach es ist, wieder anzukommen



Vor dem „nach Hause gehen“  hatte ich ehrlich gesagt schon ein bisschen Panik. In allen facebook-Backpacker-Gruppen liest man, wie schlimm es sei, wieder nach Deutschland zurück zu kommen. Alle seien schlecht gelaunt, unfreundlich und niemand würde sie mehr richtig verstehen, weil sie eben ein Jahr weg waren und sich weiter entwickelt haben. Ich muss zugeben, im Flugzeug hat es mich schon genervt, als die Ansagen auf einmal auch auf Deutsch waren. Dann am Flughafen dieser Polizist, der Englisch redete und einen schrecklichen deutschen Akzent hatte… 


Aber danach war alles wie früher. Das Straßenschild „Stuttgart, Heilbronn“ kam mir nicht merkwürdig, sondern ganz normal vor. Fast schon, als hätte es dieses Jahr nicht gegeben, als wär ich nie fort gewesen. In unserem Ort gibt es neue dreißger-Zonen, ansonsten ist alles beim Alten. In meiner Wohnung: alles beim Alten. Zum Glück gilt das auch für die wichtigen Dinge: Familie und Freunde. Man kann genauso wie früher reden, der Alltag tut überraschend gut. Morgens wieder eine große Tasse vom Lieblingstee und zwei Brötchen. Ich mochte zwar meine Routine in NZ, aber die alte gefällt mir doch besser. 



Klar hab ich mich in NZ ein bisschen verändert, weiterentwickelt, aber ich hab nicht das Gefühl, nicht verstanden zu werden. Alle haben Verständnis dafür, dass ich meine Gastfamilie ein bisschen vermisse und hören sich gern meine Geschichten an. Ich hab auch großes Glück mit meinen Freunden, aber sollte es andererseits nicht auch normal sein, dass sie die Bilder von meinem Auslandsjahr gerne sehen wollen? Aber das Schönste ist eigentlich, dass dieses Jahr nicht im Mittelpunkt steht. Uns fallen ab und zu Sachen ein, die wir noch nicht erzählt haben, aber wir können genauso gut stundenlang über belanglosen Unsinn reden; einfach so wie früher.



Von den Deutschen war ich übrigens positiv überrascht. Gleich am zweiten Tag im Supermarkt redete die Verkäuferin an der Fleischtheke über ihren Tag und das Wetter. Auch die Frau an der Kasse war richtig freundlich. Vielleicht ist das in Deutschland nicht ganz so selbstverständlich wie in NZ, aber auch hier gibt es nette Leute. Erst gestern stieg ich aus der Bahn aus und sah eine ältere Dame, die versuchte, ihren Koffer die Treppen hoch zu hieven. Da blieb ein junger Mann, Anfang 20, stehen und trug ihr den Koffer die Treppen hinauf bis an den Bahnsteig. Auf der Straße gibt es schon vergleichsweise viele grimmige Menschen, aber auch das stört mich nicht besonders. Wenn ich gut drauf bin lächle ich auch mal fremde Leute an und entweder ich bekomm ein Lächeln zurück, oder sie schauen verwirrt. Mit beidem hab ich mein Ziel erreicht, denn verwirrt sieht definitiv besser aus, als schlecht gelaunt. 



Ich denke man sollte mit einer positiven Eistellung nach Hause kommen und sich die gewonnene Offenheit beibehalten. Wär ich mit einer so negativen Einstellung in NZ rumgelaufen, wie es viele Backpacker in Deutschland machen, hätte ich wahrscheinlich auch nur die unfreundlichen Menschen wahr genommen. Deshalb öfter mal Andere nett anlächeln und nicht zu sehr in den alten Trott zurück rutschen. Vielleicht ist die Jugend von heute ja sogar freundlicher als die ältere Generation!




eure Charlotte