Nach dem Besuch in den Esteros wurden wir von einem
Dorfbewohner mit seinen Geländewagen wieder zurück nach Posadas gebracht. Die
Hinfahrt war ja schon schaukelig und nicht besonders bequem gewesen, doch auf
der Rückfahrt wünschte ich mir den trockenen Lehm der Hinfahrt zurück. Bei
jedem Regen verformt sich die Straße neu und wir hatten das besondere Glück,
dass es am Vortag angefangen hatte zu regnen und nur mit wenigen
Unterbrechungen durchgeregnet hatte. Wir fuhren also bei Regen, über den völlig
aufgeweichten und halb überschwemmten Lehmboden. Die Straße übersät mit
Schlaglöchern unterschiedlicher Tiefe, die sich mit Wasser gefüllt hatten, der
Geländewagen rutschte und oft drehten die Räder durch oder brach der Wagen hinten aus. Unser Fahrer war
durchgehend am Gegenlenken. Ab und zu hielt er an, um den Dreck der sich um die
Reifen schichtete zu entfernen. An einer Stelle war die Straße etwa einhundert
Meter gar nicht mehr zu erkennen, weil sie dieses Stück völlig überschwemmt war
und ich rechnete schon fest damit, dass er spätestens jetzt umdrehte. Doch
unbeirrt setzten wir die Fahrt fort, mein Respekt, fahren konnte der Mann.
Er
setzte uns vor unserem Hotel dem „Hotel Posadas“ ab. Das Hotel war in Ordnung,
die Zimmer sauber und schön eingerichtet, das Frühstücksbuffet vielseitig. Nur die
Stadt gefiel mit nicht besonders gut, nachts war hier oft die Polizei präsent.
Aber Posadas war für uns eigentlich auch nur der Ausgangspunkt für die
Besichtigung der „misiones“ in Paraguay. Das sind Siedlungen die einst von
Jesuitenmissionaren errichtet wurden, um die damaligen Einwohner, die Guarani,
zu missionieren. Heute sind nur noch Ruinen davon übrig. Das Hotel organisierte
uns einen Taxifahrer für den ganzen Tag, der uns zu drei verschiedenen misiones
in Paraguay bringen sollte. Und das für 1000 Pesos, das sind umgerechnet etwa
100€, da kann man echt nichts sagen, wenn ich überlege, was sowas in
Deutschland kosten würde.
eure Isetta




