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Freitag, 3. Oktober 2014

Ich fange an mich hier zu Hause zu fühlen


Ins Ausland gehen um dort zu leben ist so anders als einen Urlaub zu machen. Vor ein einhalb Wochen bin ich in Auckland auf dem Flughafen angekommen und mittlerweile fühle ich mich hier schon richtig wohl. Von meiner Straße, dem Vorort und der Stadt hätte ich im Urlaub wahrscheinlich schon 100 Bilder gemacht, aber tatsächlich sind es bisher wenn überhaupt erst 10. Ich versuche mich hier zu Recht zu finden, Straßen wiederzuerkennen. Einfach richtig ankommen und danach langsam Bilder machen, in Museen gehen und schöne Orte anschauen. 


Letzten Samstag war ich auf One Tree Hill und Mount Eden, aber es war schwer die Aussicht bei der Kälte und dem Wind wirklich zu genießen. Deshalb bin ich, nachdem ich ein paar Fotos gemacht habe, auch sofort wieder ins warme Auto gestiegen. Ich habe schließlich noch genug Zeit, um an einem warmen Tag noch mal dort hoch zu gehen. Auckland gefällt mir als Stadt zum Leben wirklich gut. Es gibt viele kleine Orte mit ein paar Supermärkten und Cafés. Die Häuser haben ein bis zwei Stöcke und ich fühl mich gar nicht wie in Neuseelands größter Stadt. Nur im Zentrum gibt es ein paar Hochhäuser und drum herum das Ein oder Andere, aber die halten sich in Grenzen. Verglichen mit anderen großen Städten ist Auckland recht unspektakulär, aber leben lässt es sich hier sehr schön. Aus dem Küchenfenster Blick aufs Meer, mit der Fähre in die Stadt fahren; hat doch einen gewissen Charme. Und gestern habe ich festgestellt, dass die „Skyline“ bei Nacht um einiges schöner aussieht, als bei Tag.


Ja, ich fange an mich hier zu Hause zu fühlen. Ich weis wo die Fähre abfährt, welche Busse ich nehmen kann und gestern habe ich festgestellt, dass auch Nachtbus fahren kein Problem ist. Vorsichtshalber sind immer noch Karten und Pläne in meiner Handtasche und auch das Handy mit dem Navi darf nicht fehlen, wobei ich den Weg nach Hause in der Gegend auch ohne Hilfe finde. Außer neulich, als ich bei Nach mit dem Fahrrad gefahren bin. Ich wusste, dass ich an der einen Kreuzung links muss und bin auch links abgebogen. Als mir dann auffiel, dass der Bordstein rechts (auf dem ich den Berg zuvor hochgefahren bin) fehlt, wurde ich leicht stutzig. Unten am Berg stand ich dann am Fähranleger, leider einen Ort von meinem entfernt. Also bin ich den ganzen Berg wieder hochgefahren und musste oben angekommen feststellen, dass meine Straße um einiges schärfer nach links abknickt und ich einfach dem leichten Linksknick der Hauptstraße gefolgt bin…




Bankkonto, HOPCard (für Bus, Bahn und Fähre), mein eigener Haustürschlüssel. Alles Beweise dafür, dass ich hier wirklich für ein gutes Jahr wohnen werde. Der Gedanke ist immer noch ein bisschen verrückt, aber es kommt mir langsam schon normal vor, bei dem Wort „Nach Hause“ an mein zu Hause hier in Auckland zu denken. Natürlich vermiss ich auch mein richtiges zu Hause. Vor allem Familie und Freunde, die viel schwere zu erreichen sind. Schreiben ist einfach anders, als neben einander zu sitzen und zu reden… Und die Zeitverschiebung von anfangs 10 Stunden ist störender, als ich vermutet habe. Mittlerweile sind es schon 11 Stunden, weil hier von Samstag auf Sonntag die Umstellung auf Sommerzeit war. Am 26. Oktober werden es dann 12 Stunden Zeitverschiebung sein (Winterzeit der Mitteleuropäischen Zeit). Wenigstens muss man dann nicht mehr hin und her rechnen, 10 Uhr abends hier bedeutet dann einfach 10 Uhr morgens in Deutschland.



Am Wochenende habe ich mich noch im Fitnessstudio angemeldet. Davor war ich nicht regelmäßig Sport machen und ich fand, dass man das jetzt mal ändern könnte. Gestern war ich schon beim Spinning und mein Ziel ist zwei bis drei Mal die Woche zu Kursen zu gehen. Mal schauen, ob ich das schaffe. Die 20 Dollar pro Woche sollten ein gewisser Ansporn sein, dort wirklich hin zu gehen. Außerdem bekomme ich durch den regelmäßigen Sport eine gewisse Routine in meine Woche.



eure Charlotte

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