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Freitag, 10. Oktober 2014

Die kleinen Dinge im Alltag



Auf die Unterschiede im Alltag war ich schon vor meinem Abflug gespannt. Dass die Steckdosen anders sein würden, war mir im Voraus klar und deshalb habe ich auch zwei Adapter mitgenommen. Überrascht hat mich allerdings, dass man die Steckdosen hier ausschalten kann. Neben jeder Steckdose gibt es nämlich einen Schalter und es fließt nur Strom, wenn man diesen kleinen Schalter umlegt. Eigentlich eine echt gute Idee! Die Lichtschalter sehen übrigens genauso aus, wie die Schalter neben den Steckdosen.


Ein größeres Problem hatte ich mit den Türklinken. Die gibt es in diesem Haus nämlich nicht. Wir haben überall Türknäufe, die man drehen muss um die Tür aufzubekommen. Wenn man die Tür schließt, kann man innen einen Hebel umdrehen und so abschließen. Nach ein paar Tagen hatte ich dann auch endlich raus, in welche Richtung ich welchen Knauf drehen muss. Nur die Haustür war ein bisschen gemein. Bei dieser legt man den Hebel um bevor man rausgeht und zieht die Tür dann einfach hinter sich zu. Schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig die Tür abzuschließen bevor man das Haus verlässt. 


In der Küche habe ich etwas entdeckt, dass ich bisher nur aus einer amerikanischen Serie kannte. Ein „food waste disposer“ oder „sink waste“. Leider habe ich keine gute deutsche Übersetzung gefunden – vielleicht Müllabfluss? Neben dem Spülbecken gibt es ein kleines Spülbecken mit einem Loch in der Mitte. In diesem Loch befindet sich ein Häcksler. In diesem Abfall kann man allen möglichen weichen Biomüll runterspülen. Man schält beispielsweise die Karotte über dem Becken, macht das Wasser an, drückt den „Waste-Knopf“ und schon wird die Schale zerkleinert und runtergespült. So ganz konnte ich mich mit dem „sink waste“ aber noch nicht anfreunden, weil ich es eben nicht gewohnt bin, Müll im Spülbecken runter zu spülen und deshalb benutze ich es eher selten. 
Daneben gibt es übrigens einen extra Wasserhahn. Das Wasser schmeckt nämlich ziemlich nach Chlor und das Wasser, das aus dem anderen Wasserhahn kommt, wird gefiltert und schmeckt besser.


Beim Kochen und Backen musste ich mich nicht wirklich umstellen, weil wir zum Glück eine Waage haben. Meine Rezepte kann ich also eins zu eins nachbacken. Nur bei den Rezepten von hier sind die Maßangaben in Cups, Tbsp und tsp. Diese Einheiten finde ich teilweise ziemlich unpraktisch. Eine Waage kann man so oft benutzen, wie man sie braucht, aber eine dreckige Cup muss zuerst wieder gespült werden. Genau das Gleiche gilt für Table- und Teaspones. Deshalb schau ich immer, dass ich die Löffel in einer guten Reihenfolge benutze, man will schließlich keine Knoblauchreste im Honig haben…


Linksverkehr. Könnte so einfach sein, war es für mich anfangs aber nicht. Beim Überqueren von Straßen wurde ich leicht hektisch. Rechts, links, von wo kommen die Autos nochmal? Mittlerweile ist es besser, aber so ganz sicher fühl ich mich als Fußgänger noch nicht.
Im Auto ist das irgendwie etwas anderes. Da sitze ich selbst hinter dem Steuer und folge eben den anderen Autos. An Kreuzungen helfen die Schilder und Ampeln. Nur das Blinken ist komisch. Der Hebel rechts vom Lenkrad. Muss ich ihn hoch oder runter drücken? Bei meiner ersten Fahrt, habe ich den Blinker einfach einige Meter vor der Kreuzung auf gut Glück ausprobiert und wenn er falsch saß eben schnell korrigiert. Beim zweiten Mal Fahren hat es dann zu 90% geklappt und die restlichen 10 % kommen schon noch mit der Fahrerfahrung.



eure Charlotte

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