Auf die Unterschiede im Alltag war ich schon vor meinem
Abflug gespannt. Dass die Steckdosen anders sein würden, war mir im Voraus klar
und deshalb habe ich auch zwei Adapter mitgenommen. Überrascht hat mich
allerdings, dass man die Steckdosen hier ausschalten kann. Neben jeder
Steckdose gibt es nämlich einen Schalter und es fließt nur Strom, wenn man
diesen kleinen Schalter umlegt. Eigentlich eine echt gute Idee! Die
Lichtschalter sehen übrigens genauso aus, wie die Schalter neben den
Steckdosen.
Ein größeres Problem hatte ich mit den Türklinken. Die gibt
es in diesem Haus nämlich nicht. Wir haben überall Türknäufe, die man drehen
muss um die Tür aufzubekommen. Wenn man die Tür schließt, kann man innen einen
Hebel umdrehen und so abschließen. Nach ein paar Tagen hatte ich dann auch
endlich raus, in welche Richtung ich welchen Knauf drehen muss. Nur die Haustür
war ein bisschen gemein. Bei dieser legt man den Hebel um bevor man rausgeht
und zieht die Tür dann einfach hinter sich zu. Schon ein bisschen
gewöhnungsbedürftig die Tür abzuschließen bevor man das Haus verlässt.
In der Küche habe ich etwas entdeckt, dass ich bisher nur
aus einer amerikanischen Serie kannte. Ein „food waste disposer“ oder „sink
waste“. Leider habe ich keine gute deutsche Übersetzung gefunden – vielleicht Müllabfluss?
Neben dem Spülbecken gibt es ein kleines Spülbecken mit einem Loch in der
Mitte. In diesem Loch befindet sich ein Häcksler. In diesem Abfall kann man
allen möglichen weichen Biomüll runterspülen. Man schält beispielsweise die
Karotte über dem Becken, macht das Wasser an, drückt den „Waste-Knopf“ und
schon wird die Schale zerkleinert und runtergespült. So ganz konnte ich mich
mit dem „sink waste“ aber noch nicht anfreunden, weil ich es eben nicht gewohnt
bin, Müll im Spülbecken runter zu spülen und deshalb benutze ich es eher
selten.
Daneben gibt es übrigens einen extra Wasserhahn. Das Wasser
schmeckt nämlich ziemlich nach Chlor und das Wasser, das aus dem anderen
Wasserhahn kommt, wird gefiltert und schmeckt besser.
Beim Kochen und Backen musste ich mich nicht wirklich
umstellen, weil wir zum Glück eine Waage haben. Meine Rezepte kann ich also
eins zu eins nachbacken. Nur bei den Rezepten von hier sind die Maßangaben in
Cups, Tbsp und tsp. Diese Einheiten finde ich teilweise ziemlich unpraktisch.
Eine Waage kann man so oft benutzen, wie man sie braucht, aber eine dreckige
Cup muss zuerst wieder gespült werden. Genau das Gleiche gilt für Table- und
Teaspones. Deshalb schau ich immer, dass ich die Löffel in einer guten
Reihenfolge benutze, man will schließlich keine Knoblauchreste im Honig haben…
Linksverkehr. Könnte so einfach sein, war es für mich anfangs
aber nicht. Beim Überqueren von Straßen wurde ich leicht hektisch. Rechts,
links, von wo kommen die Autos nochmal? Mittlerweile ist es besser, aber so
ganz sicher fühl ich mich als Fußgänger noch nicht.
Im Auto ist das irgendwie etwas anderes. Da sitze ich selbst
hinter dem Steuer und folge eben den anderen Autos. An Kreuzungen helfen die
Schilder und Ampeln. Nur das Blinken ist komisch. Der Hebel rechts vom Lenkrad.
Muss ich ihn hoch oder runter drücken? Bei meiner ersten Fahrt, habe ich den
Blinker einfach einige Meter vor der Kreuzung auf gut Glück ausprobiert und
wenn er falsch saß eben schnell korrigiert. Beim zweiten Mal Fahren hat es dann
zu 90% geklappt und die restlichen 10 % kommen schon noch mit der
Fahrerfahrung.
eure Charlotte


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