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Sonntag, 6. Dezember 2015

Der anstrengendste Tag in NZ



Ich hatte frei und der Wecker klingelte um 5:45 Uhr. Klingt total verrückt und war es irgendwie auch, aber es kommt noch besser. So früh bin ich nämlich aufgestanden um wandern zu gehen!
Den Mount Taranaki fand ich schon seit einer Weile sehr interessant. Das erste Mal sah ich ihn von weitem beim Tongariro Crossing und er taucht auf jedem Reiseführer als Aushängeschild NZs auf, wegen seiner fast perfekten Kegelform.  Der Mt Taranaki ist 2518 m hoch und ich wollte da unbedingt rauf!


Durch die Zeitumstellung wurde uns übrigens eine Stunde geschenkt, also hat sich das frühe Aufstehen nicht ganz so schlimm angefühlt. Wir fuhren mit dem Auto zum Besucherzentrum, das auf 946m liegt, fanden zum Glück einen Parkplatz und machten uns auf den Weg. Im Vorhinein machten wir uns etwas Gedanken, ob die Wanderung nicht zu schwer sein könnte, aber wir hatten uns gut informiert und an dem Morgen waren relativ viele Leute dort, sodass wir einfach hinterher liefen. 


Zuerst ging es durch Wald, dann eine Art steile Straße hinauf und über uns war es bewölkt. Nach einem Stück unbefestigtem Weg kam die Tahurangi Lodge auf 1492m, wo wir in den Wolken waren. Anschließend wurde es um einiges anstrengender: gefühlte tausend Treppen, wodurch wir ordentlich Höhe machten. Hier kamen wir langsam aus den Wolken, ein atemberaubendes Gefühl! Wir hatten geniales Wetter und über den Wolken wurde es richtig warm.


Nach etwas normalem Vulkangestein kam der „Lizard“, ein steiles Feld aus weichem Vulkangestein, so dass man drei Schritte macht und zwei wieder zurück sinkt. Danach fing das Klettern an. Stangen markierten den Weg und wir folgten teilweise den Leuten vor uns, suchten uns manchmal eine eigene Strecke. Dieses Stück zog sich wie Kaugummi, aber immerhin konnten wir den Gipfel sehen. Zuerst ging es noch durch den Krater über ein Schneefeld und dann den letzten Anstieg bis ans Ziel. 


Oben war es immer noch warm (die Handschuhe hätten wir nicht einpacken müssen) und der Blick war wunderschön. Überall Wolken, zwischendurch ein Streifen Meer. Wir fragten uns, ob man vielleicht die Südinsel sehen könnte. Auf jeden Fall sahen wir den Mt Ruapehu durch die Wolken lugen, der ja auch recht weit weg ist.


Auf dem Gipfel gönnten wir uns eine längere Mittagspause, bis wir uns wieder auf den Weg nach unten machten. Am Ende des Tages verschwanden sogar die Wolken und wir sahen, wie hoch wir ein paar Stunden zuvor waren. Für die Wanderung haben wir übrigens geschlagene zehn Stunden gebraucht. Hätte man sicher schneller schaffen können, aber ich bin heute noch stolz, überhaupt dort oben gewesen zu sein!
Abends war noch eine wunderschöne  Mondfinsternis, durch die der Mond riesen groß und rötlich aussah.


Definitiv der anstrengendste, aber einer meiner schönsten Tage in Neuseeland!


eure Charlotte

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