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Montag, 17. November 2014

Delfine, auf Waiheke Island

Erst mal ein richtig gutes Schnäppchen gemacht. Wie es sich für Schwaben gehört, bin ich auch hier in Neuseeland fleißig am sparen und habe dafür genau die richtige Internetseit entdeckt. Auf "Grabone" gibt es jeden Tag bestimmte Deals, also Angebote für Ausflüge, Restaurants, Geschenke und oft auch Sachen, die kein Mensch braucht. Der Deal für Waiheke Island kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Samstags wollten wir auf die Insel fahren und am Dienstag Abend hab ich den Deal entdeckt, der nur noch zwei Stunden gültig war. Also schnell gebucht und rießig über das Sparen gefreut. Die Fähre von Auckland nach Waiheke kostet eigentlich $36. Wir haben die Fähre plus eine kleine Busrundfahrt für $22 bekommen!


Samstag morgens ging es also erst mal los in die Stadt und dann 40 Minuten mit der Fähre nach Waiheke Island. Anschließend sind wir gleich in dem Bus eingestiegen, der normalerweise nochmal $6 kosten würde. Der Busfahrer hat uns so einiges über die Insel erzählt und ist mit uns durch das Städtchen, an einem Weingut vorbei, auf einen Hügel und wieder zurück ins Städtchen gefahren. Waiheke ist von Osten nach Westen ca. 19 km lang und war früher mal tropenähnlich mit Kauri-Wäldern bedeckt. Jetzt ist die Insel vor allem für den Wein- und Olivenanbau bekannt. Dort werden sehr gute Weine hergestellt und das Olivenöl gewann schon Preise in Italien. An einer Stelle erinnerte die Landschaft sogar wirklich an die Toskana. Olivenbäume, Weinreben und auf dem Hügel ein südeuropäisches Häusschen. Interessant ist auch, dass jedes Haus einen eigenen Wassertank hat und mit Wasser deshalb recht sparsam umgegangen wird. Anscheinend sollte man da nicht mal im Winter lange duschen.


Nach unserer kleinen Bustour sind wir erst einmal durch die Straße mit den Läden gegangen und weiter zum Strand. Als wir uns endlich zum Weitergehen aufgerafft hatten, haben wir den stündlichen Bus verpasst und weil die Insel ziemlich groß ist blieb uns nichts anderes übrig, als in der Nähe des Städtchens zu bleiben. Eine Bucht weiter fanden wir dann günstige TakeAways und einen Pizzawagen. Auf der Insel sind die Preise nämlich noch höher, als sowieso schon in Neuseeland, weil eben alles vom Festland hergebracht werden muss. Nach unserem Lunch saßen wir etwas unschlüssig herum, als eine Frau zu uns kam und meinte, in der Bucht seien Delfine. Wir sind alle sofort aufgesprungen und haben, ganz Touristen, hektisch die Fotos aus den Taschen gekramt.


Das erste Mal Delfine sehen ist schon etwas besonderes. Ich hab mir die Tiere ja ehrlich gesagt kleiner vorgestellt. Nachdem ich in Norwegen mal zwei Schweinswale gesehen habe, dachte ich, Delfine seien einfach gleich groß. Anfangs waren es um die drei Delfine und dann sind immer mehr gekommen. Zwischendurch waren es bestimmt acht oder neun Stück. Sie sind dann langsam aus der Bucht raus geschwommen und wieder zurück gekommen. Währenddessen sind wir auf einen Hügel gegangen, um einen besseren Blick zu haben. Die Delfine haben sich dann öfters entfernt und sind auch wieder hergeschwommen. Dann ist einfach ein Mann ins Wasser gegangen und schwamm mit den Delfinen. Fünf Meter von ihnen entfernt, dann nur noch zwei, er hat bestimmt welche berührt. Mit der Zeit gingen noch zwei Männer ins Wasser und ein paar von uns hatten die verrückte Idee, einfach auch rein zu gehen.


Der Wetterbericht hat durchwachsenes Wetter angesagt und so war es auch. Bikinis hatte niemand dabei. In Unterwäsche baden? Zuerst mal die Wassertemperatur fühlen. Vorne am Strand ging es eigentlich. Ich fand es zwar in meiner Jacke echt angenehm, aber das Wasser fühlte sich wärmer an als erwartet. Die ersten drei von uns machten sich schon auf den Weg ins Wasser, da blieb nicht viel Zeit zum überlegen. Wie oft sieht man schon mal Delfine. Ich hoffe zwar immer noch, welche auf der Südinsel zu sehen, aber sicher ist das schließlich nicht. Also hinterher, in Unterwäsche baden! Das Wasser war weiter draußen ordentlich kalt, 16°C. Vor Aufregung und Kälte blieb mir kurz leicht die Luft weg, mit der Bewegung vom Schwimmen wurde es wieder besser. So nah, vielleicht zwei Meter von den Delfinen entfernt! Im Nachhinein hätte ich gerne einen berührt, aber in dem Moment hatte ich zu viel Respekt. Die waren echt groß und wenn der Delfin dann noch auf einen zuschwimmt!
Natürlich gab es auch mal wieder den Beweis dafür, dass Neuseeland von Deutschen überlaufen ist. Als wir im Wasser waren, kam noch jemand dazu und nachdem wir fünf Minuten miteinander auf Englisch geredet haben, bemerkte er, dass wir auch Deutsche waren... Später wärmten wir uns in einem Café auf, am Nachbartisch saßen Deutsche... :)


Unglaubliche Erlebnisse, das habe ich mir von Neuseeland erhofft und dafür lohnen sich auch kalte Füße und eine nass-klebende, sandige Hose. Auf dem Weg zur Fähre sind wir noch in einen Regen gekommen, aber was solls. Diesen Tag konnte nichts mehr vermießen. So etwas vergisst man nicht so schnell. Unter anderem auch wegen den ca. 450 Bildern, die ich gemacht habe. Zum Glück müssen wir uns das Wasser in Auckland im Gegensatz zu Waiheke nicht einteilen, die lange, warme Dusche abends hab ich nämlich wirklich gebraucht.


eure Charlotte

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