Erst mal ein richtig gutes Schnäppchen gemacht. Wie es sich für
Schwaben gehört, bin ich auch hier in Neuseeland fleißig am sparen und
habe dafür genau die richtige Internetseit entdeckt. Auf "Grabone" gibt
es jeden Tag bestimmte Deals, also Angebote für Ausflüge, Restaurants,
Geschenke und oft auch Sachen, die kein Mensch braucht. Der Deal für
Waiheke Island kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Samstags wollten wir
auf die Insel fahren und am Dienstag Abend hab ich den Deal entdeckt,
der nur noch zwei Stunden gültig war. Also schnell gebucht und rießig
über das Sparen gefreut. Die Fähre von Auckland nach Waiheke kostet
eigentlich $36. Wir haben die Fähre plus eine kleine Busrundfahrt für
$22 bekommen!
Samstag morgens ging es also
erst mal los in die Stadt und dann 40 Minuten mit der Fähre nach Waiheke
Island. Anschließend sind wir gleich in dem Bus eingestiegen, der
normalerweise nochmal $6 kosten würde. Der Busfahrer hat uns so einiges
über die Insel erzählt und ist mit uns durch das Städtchen, an einem
Weingut vorbei, auf einen Hügel und wieder zurück ins Städtchen
gefahren. Waiheke ist von Osten nach Westen ca. 19 km lang und war
früher mal tropenähnlich mit Kauri-Wäldern bedeckt. Jetzt ist die Insel
vor allem für den Wein- und Olivenanbau bekannt. Dort werden sehr gute
Weine hergestellt und das Olivenöl gewann schon Preise in Italien. An
einer Stelle erinnerte die Landschaft sogar wirklich an die Toskana.
Olivenbäume, Weinreben und auf dem Hügel ein südeuropäisches Häusschen.
Interessant ist auch, dass jedes Haus einen eigenen Wassertank hat und
mit Wasser deshalb recht sparsam umgegangen wird. Anscheinend sollte man
da nicht mal im Winter lange duschen.
Nach
unserer kleinen Bustour sind wir erst einmal durch die Straße mit den
Läden gegangen und weiter zum Strand. Als wir uns endlich zum
Weitergehen aufgerafft hatten, haben wir den stündlichen Bus verpasst
und weil die Insel ziemlich groß ist blieb uns nichts anderes übrig, als
in der Nähe des Städtchens zu bleiben. Eine Bucht weiter fanden wir
dann günstige TakeAways und einen Pizzawagen. Auf der Insel sind die
Preise nämlich noch höher, als sowieso schon in Neuseeland, weil eben
alles vom Festland hergebracht werden muss. Nach unserem Lunch saßen wir
etwas unschlüssig herum, als eine Frau zu uns kam und meinte, in der
Bucht seien Delfine. Wir sind alle sofort aufgesprungen und haben, ganz
Touristen, hektisch die Fotos aus den Taschen gekramt.
Das
erste Mal Delfine sehen ist schon etwas besonderes. Ich hab mir die
Tiere ja ehrlich gesagt kleiner vorgestellt. Nachdem ich in Norwegen mal
zwei Schweinswale gesehen habe, dachte ich, Delfine seien einfach
gleich groß. Anfangs waren es um die drei Delfine und dann sind immer
mehr gekommen. Zwischendurch waren es bestimmt acht oder neun Stück. Sie
sind dann langsam aus der Bucht raus geschwommen und wieder zurück
gekommen. Währenddessen sind wir auf einen Hügel gegangen, um einen
besseren Blick zu haben. Die Delfine haben sich dann öfters entfernt und
sind auch wieder hergeschwommen. Dann ist einfach ein Mann ins Wasser
gegangen und schwamm mit den Delfinen. Fünf Meter von ihnen entfernt,
dann nur noch zwei, er hat bestimmt welche berührt. Mit der Zeit gingen
noch zwei Männer ins Wasser und ein paar von uns hatten die verrückte
Idee, einfach auch rein zu gehen.
Der
Wetterbericht hat durchwachsenes Wetter angesagt und so war es auch.
Bikinis hatte niemand dabei. In Unterwäsche baden? Zuerst mal die
Wassertemperatur fühlen. Vorne am Strand ging es eigentlich. Ich fand es
zwar in meiner Jacke echt angenehm, aber das Wasser fühlte sich wärmer
an als erwartet. Die ersten drei von uns machten sich schon auf den Weg
ins Wasser, da blieb nicht viel Zeit zum überlegen. Wie oft sieht man
schon mal Delfine. Ich hoffe zwar immer noch, welche auf der Südinsel zu
sehen, aber sicher ist das schließlich nicht. Also hinterher, in
Unterwäsche baden! Das Wasser war weiter draußen ordentlich kalt, 16°C.
Vor Aufregung und Kälte blieb mir kurz leicht die Luft weg, mit der
Bewegung vom Schwimmen wurde es wieder besser. So nah, vielleicht zwei
Meter von den Delfinen entfernt! Im Nachhinein hätte ich gerne einen
berührt, aber in dem Moment hatte ich zu viel Respekt. Die waren echt
groß und wenn der Delfin dann noch auf einen zuschwimmt!
Natürlich
gab es auch mal wieder den Beweis dafür, dass Neuseeland von Deutschen
überlaufen ist. Als wir im Wasser waren, kam noch jemand dazu und
nachdem wir fünf Minuten miteinander auf Englisch geredet haben,
bemerkte er, dass wir auch Deutsche waren... Später wärmten wir uns in
einem Café auf, am Nachbartisch saßen Deutsche... :)
Unglaubliche
Erlebnisse, das habe ich mir von Neuseeland erhofft und dafür lohnen
sich auch kalte Füße und eine nass-klebende, sandige Hose. Auf dem Weg
zur Fähre sind wir noch in einen Regen gekommen, aber was solls. Diesen
Tag konnte nichts mehr vermießen. So etwas vergisst man nicht so
schnell. Unter anderem auch wegen den ca. 450 Bildern, die ich gemacht
habe. Zum Glück müssen wir uns das Wasser in Auckland im Gegensatz zu
Waiheke nicht einteilen, die lange, warme Dusche abends hab ich nämlich
wirklich gebraucht.
eure Charlotte
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