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Montag, 10. November 2014

Esteros del Ibera – die „Sümpfe“ Teil 1





Die Fahrt in die völlige Abgeschiedenheit…



Ich habe dieses Jahr einen fast einmonatigen Urlaub in Argentinien gemacht und habe dort einiges erlebt. Deshalb fange ich jetzt langsam an, die Geschichten, die ich dort erlebt habe, aufzuschreiben. Ein Höhepunkt dieses Urlaubs waren für mich die Esteros del Ibera.



Die Esteros del Ibera sind ein riesiges Sumpfgebiet im Nordosten Argentiniens. Für uns war das geradezu ein Naturschock nachdem wir fast zwei Wochen in der großen, lauten Großstadt Buenos Aires gelebt hatten. Der Aufenthalt dort gab uns die Möglichkeit, frische Luft zu schnappen. 

Man erreicht die Sümpfe gut von dem Flughafen in Posadas aus. Von dort aus haben wir uns mit einem Geländewagen abholen lassen(ich würde jedem, der nicht schon wirklich einige Erfahrung mit Geländestrecken mitbringt und kein entsprechendes Auto zur Verfügung hat, dringend von der Entscheidung abraten, selber mit dem Auto sich in dieses unwegsame Gelände vorzuwagen). Wir sind ca. eine Stunde auf einer befestigten Straße gefahren, bis wir schließlich links abgebogen sind, auf einen breiten, unbefestigten Weg aus Lehm und Schlaglöchern, der sich aufgrund seiner Beschaffenheit nach jedem Regen neu verformt. Der Weg lediglich begrenzt von den weitläufigen Weiden und Sträuchern, die den Straßenrand säumen. Von da an waren wir mit durchschnittlich Tempo 50 unterwegs und das geschlagene 4 Stunden lang, ich war nur froh, dass ich am Flughafen noch einmal auf der Toilette war, denn für Frauen gab es im Laufe der Fahrt kaum eine Möglichkeit ein stilles Örtchen aufzusuchen, obwohl das Gebiet, in das wir uns vorwagten, ein einziges stilles Örtchen zu sein schien. Es war ein einziges Geschaukel und Gewackel und das, obwohl unser Fahrer erfahren war. Aber selbst er kann keine Wunder bewirken. War ja klar, dass ich mir ab und zu den Kopf an der Scheibe angeschlagen habe. 

Was man sieht: Wald, Gras, alle 2 Meter ein riesiger Ameisenhügel, selten eine heruntergekommene Hütte oder ein Haus, unsicher ob bewohnt, auf der ganzen Fahrt zwei Autos, ein paar Berittene, Bäume, noch mehr Gras, kleine Gewässer, Sträucher und Schlaglöcher, wilde Nandus und andere Vögel sowie eine schier endlos scheinende Straße. Kurz: viel Natur und ein paar Anzeichen menschlichen Lebens. 

Irgendwann habe ich es geschafft einzuschlafen, war zwar wie erwartet nicht sehr gemütlich aber ich hatte die Hoffnung, dass so die Zeit wenigstens schneller vergehen würde. Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir dann endlich angekommen, und ich muss sagen, die Fahrt hat sich gelohnt..




eure Isetta

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