Die Fahrt in die
völlige Abgeschiedenheit…
Ich habe dieses
Jahr einen fast einmonatigen Urlaub in Argentinien gemacht und habe dort
einiges erlebt. Deshalb fange ich jetzt langsam an, die Geschichten, die ich
dort erlebt habe, aufzuschreiben. Ein Höhepunkt dieses Urlaubs waren für mich
die Esteros del Ibera.
Die Esteros del
Ibera sind ein riesiges Sumpfgebiet im Nordosten Argentiniens. Für uns war das
geradezu ein Naturschock nachdem wir fast zwei Wochen in der großen, lauten
Großstadt Buenos Aires gelebt hatten. Der Aufenthalt dort gab uns die
Möglichkeit, frische Luft zu schnappen.
Man erreicht die Sümpfe gut von dem
Flughafen in Posadas aus. Von dort aus haben wir uns mit einem Geländewagen
abholen lassen(ich würde jedem, der nicht schon wirklich einige Erfahrung mit
Geländestrecken mitbringt und kein entsprechendes Auto zur Verfügung hat,
dringend von der Entscheidung abraten, selber mit dem Auto sich in dieses
unwegsame Gelände vorzuwagen). Wir sind ca. eine Stunde auf einer befestigten
Straße gefahren, bis wir schließlich links abgebogen sind, auf einen breiten,
unbefestigten Weg aus Lehm und Schlaglöchern, der sich aufgrund seiner
Beschaffenheit nach jedem Regen neu verformt. Der Weg lediglich begrenzt von
den weitläufigen Weiden und Sträuchern, die den Straßenrand säumen. Von da an
waren wir mit durchschnittlich Tempo 50 unterwegs und das geschlagene 4 Stunden
lang, ich war nur froh, dass ich am Flughafen noch einmal auf der Toilette war,
denn für Frauen gab es im Laufe der Fahrt kaum eine Möglichkeit ein stilles
Örtchen aufzusuchen, obwohl das Gebiet, in das wir uns vorwagten, ein einziges
stilles Örtchen zu sein schien. Es war ein einziges Geschaukel und Gewackel und
das, obwohl unser Fahrer erfahren war. Aber selbst er kann keine Wunder
bewirken. War ja klar, dass ich mir ab und zu den Kopf an der Scheibe angeschlagen
habe.
Was man sieht: Wald, Gras, alle 2 Meter ein riesiger Ameisenhügel, selten
eine heruntergekommene Hütte oder ein Haus, unsicher ob bewohnt, auf der ganzen Fahrt
zwei Autos, ein paar Berittene, Bäume, noch mehr Gras, kleine Gewässer, Sträucher
und Schlaglöcher, wilde Nandus und andere Vögel sowie eine schier endlos
scheinende Straße. Kurz: viel Natur und ein paar Anzeichen menschlichen Lebens.
Irgendwann habe ich es geschafft einzuschlafen, war zwar wie erwartet nicht
sehr gemütlich aber ich hatte die Hoffnung, dass so die Zeit wenigstens
schneller vergehen würde. Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir dann endlich
angekommen, und ich muss sagen, die Fahrt hat sich gelohnt..
eure Isetta
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