Das Leben im Dorf
Als wir in dem Mehrere-Hundert-Seelendorf
angekommen sind, wurden wir sehr herzlich empfangen und in unsere kleine Holzhütte
geführt. Sie war im Stil der anderen Häuser im Dorf gebaut und auch
entsprechend einfach eingerichtet. Aber es war alles da, was man braucht und es
war interessant zu sehen, wie die Menschen dort leben. So kann man sich viel
besser in das Leben der Einheimischen reinfühlen, daran anpassen und fühlt sich
viel weniger Tourist, als wenn man in einem Nobelhotel wohnt. Angenehm war auch
die Abgeschnittenheit von jeglichem Handy und Internetnetz, die völlige Stille
dort, das Handy einfach daheim zu lassen, weil sowieso klar ist, dass man es
nicht verwenden kann.
Es ist erstaunlich wie die Menschen dort leben. Es
gibt, soweit ich mitbekommen habe, einen Computer im Dorf, von dem aus man ins
Internet kann. Es gibt einen kleinen Supermarkt der höchstens ein Mal am Tag beliefert
wird und wenn man etwas Spezielles braucht muss man gleich einige Stunden in
die nächste Stadt, also entweder nach Posadas oder Mercedes, fahren. Man kann
also nicht einfach mal kurzfristig beschließen shoppen zu gehen oder etwas Besonderes
zu kochen, einer der Gründe, warum ich eindeutig nicht dauerhaft dort überleben
könnte.
Auch ist man dort völlig abhängig vom Wetter, da es in dieser
Region öfter zu starken Regenfällen kommt, die die Straße nach Posadas
unbefahrbar macht. Nur die Straße nach Mercedes ist durchgehend befahrbar. Es
kommt oft zu Stromausfällen, man weiß also nie, wie lange man Strom hat und
kann sich auf elektrisches Licht in der Nacht nicht verlassen. Auch während
unseres Aufenthaltes kam es zu einem ca. einstündigen Stromausfall. Ich saß
gerade im Bett und las, als auf einmal das Licht ausging und ich im
Stockdunkeln saß. Es war eine Dunkelheit, die man so in Deutschland nicht
kennt. Da wir schon vorgewarnt worden waren, dass so was passieren kann, hatte
ich glücklicherweise eine Taschenlampe auf meinem Nachttisch und fühlte mich
gleich viel wohler.
Eines Nachts hat es angefangen wie aus Eimern zu
schütten, der Regen hat mit einer unglaublichen Lautstärke auf das Dach
geprasselt, dass ich davon aufgewacht bin und zeitweise echt Angst hatte, dass
das Haus unter der Last zusammenbricht. Bei einem dieser Regenfälle hat sich
auch ein kleiner Frosch in mein Zimmer verirrt. Keine Ahnung, wo der herkam
aber aufeinmal habe ich ein platschen gehört, ich meine von der Fensterbank her,
und als ich genauer hingeschaut habe, saß in der Zimmerecke ein kleiner
grünbrauner Frosch. Den haben wir dann eingefangen und wieder ausgesetzt.
Als ich dieses Foto
gemacht habe, war mir nicht ganz wohl dabei. Man könnte auch ein Bilderrätsel
daraus machen: Finde diesen Kaiman…
…im folgenden Foto:
Ich muss sagen, die Vorstellung, dass sich direkt neben einem Haus einfach ein Kaiman sonnt, behagt
mir nicht wirklich.
eure Isetta
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