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Mittwoch, 12. November 2014

Esteros del Ibera – die „Sümpfe“ Teil 2



Das Leben im Dorf

Als wir in dem Mehrere-Hundert-Seelendorf angekommen sind, wurden wir sehr herzlich empfangen und in unsere kleine Holzhütte geführt. Sie war im Stil der anderen Häuser im Dorf gebaut und auch entsprechend einfach eingerichtet. Aber es war alles da, was man braucht und es war interessant zu sehen, wie die Menschen dort leben. So kann man sich viel besser in das Leben der Einheimischen reinfühlen, daran anpassen und fühlt sich viel weniger Tourist, als wenn man in einem Nobelhotel wohnt. Angenehm war auch die Abgeschnittenheit von jeglichem Handy und Internetnetz, die völlige Stille dort, das Handy einfach daheim zu lassen, weil sowieso klar ist, dass man es nicht verwenden kann.

Es ist erstaunlich wie die Menschen dort leben. Es gibt, soweit ich mitbekommen habe, einen Computer im Dorf, von dem aus man ins Internet kann. Es gibt einen kleinen Supermarkt der höchstens ein Mal am Tag beliefert wird und wenn man etwas Spezielles braucht muss man gleich einige Stunden in die nächste Stadt, also entweder nach Posadas oder Mercedes, fahren. Man kann also nicht einfach mal kurzfristig beschließen shoppen zu gehen oder etwas Besonderes zu kochen, einer der Gründe, warum ich eindeutig nicht dauerhaft dort überleben könnte. 


Auch ist man dort völlig abhängig vom Wetter, da es in dieser Region öfter zu starken Regenfällen kommt, die die Straße nach Posadas unbefahrbar macht. Nur die Straße nach Mercedes ist durchgehend befahrbar. Es kommt oft zu Stromausfällen, man weiß also nie, wie lange man Strom hat und kann sich auf elektrisches Licht in der Nacht nicht verlassen. Auch während unseres Aufenthaltes kam es zu einem ca. einstündigen Stromausfall. Ich saß gerade im Bett und las, als auf einmal das Licht ausging und ich im Stockdunkeln saß. Es war eine Dunkelheit, die man so in Deutschland nicht kennt. Da wir schon vorgewarnt worden waren, dass so was passieren kann, hatte ich glücklicherweise eine Taschenlampe auf meinem Nachttisch und fühlte mich gleich viel wohler.

Eines Nachts hat es angefangen wie aus Eimern zu schütten, der Regen hat mit einer unglaublichen Lautstärke auf das Dach geprasselt, dass ich davon aufgewacht bin und zeitweise echt Angst hatte, dass das Haus unter der Last zusammenbricht. Bei einem dieser Regenfälle hat sich auch ein kleiner Frosch in mein Zimmer verirrt. Keine Ahnung, wo der herkam aber aufeinmal habe ich ein platschen gehört, ich meine von der Fensterbank her, und als ich genauer hingeschaut habe, saß in der Zimmerecke ein kleiner grünbrauner Frosch. Den haben wir dann eingefangen und wieder ausgesetzt.


Als ich dieses Foto gemacht habe, war mir nicht ganz wohl dabei. Man könnte auch ein Bilderrätsel daraus machen: Finde diesen Kaiman…






…im folgenden Foto:





Ich muss sagen, die Vorstellung, dass sich direkt neben einem Haus einfach ein Kaiman sonnt, behagt mir nicht wirklich. 


eure Isetta

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